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Studie: Was Unternehmen bewegt

Pressegespräch
Pressegespräch der österreichischen Notare am 9. September 2008

Studie zeigt: Bei 22% der KMU gibt es in den nächsten fünf Jahren einen Führungswechsel. Das sind mehr als 54.000 KMU in Österreich.
22% der Klein- und Mittelunternehmer wollen sich in den nächsten fünf Jahren operativ aus ihrem Unternehmen zurückziehen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der österreichischen Notare. „Damit hat sich das Szenario im Vergleich zu 2006 eher verschärft als verbessert. Damals dachten „nur" 17 % an eine Unternehmensübergabe in den nächsten fünf Jahren", berichtet Dr. Klaus Woschnak, Präsident der Notariatskammer.

Im August 2008 hat Spectra Marktforschung 400 Klein- und Mittelunternehmer telefonisch zur Unternehmensvorsorge befragt. Diese Ergebnisse sind repräsentativ für ganz Österreich.

Information zur Unternehmensvorsorge wirkt: Nur 9 % noch nicht vorgesorgt.
Im Vergleich zu 2006 sind die Unternehmer aber schon besser gerüstet, wenn es um die Unternehmensübergabe geht. Die kontinuierliche Information, etwa der österreichischen Notare und maßgeschneiderte Vorsorgekonzepte für die Unternehmen haben das Problembewusstsein der Klein- und Mittelunternehmer geschärft. 91 % der Befragten haben ihre Unternehmensvorsorge in Angriff genommen. Nur 9 %, also etwa jeder zehnte hat noch gar nicht vorgesorgt. Vor zwei Jahren hatte noch jeder fünfte keinen Plan.

29 % der KMU, die in den nächsten fünf Jahren übergeben, haben noch keinen Nachfolger.
Jeder dritte Unternehmer weiß noch nicht, wer einmal die Führung seines Betriebes übernehmen oder seine Anteile erhalten soll. Ist die Übergabe in weiter Ferne, ist das kein Problem. Doch 29 % der Klein- und Mittelunternehmer, die in den nächsten fünf Jahren übergeben wollen, haben ebenfalls noch keinen geeigneten Nachfolger - weder für die operative Führung noch für ihre Firmenanteile.

Nachfolger zu finden ist ein wunder Punkt bei der Unternehmensübergabe.
Tatsächlich ist die Suche nach einem geeigneten Nachfolger das größte Hindernis bei einer Übergabe. Dieser Meinung sind 52 % der befragten Unternehmer.

Familienbande: 41 % möchten an Familienmitglieder übergeben
Wer kann, übergibt innerhalb der Familie. Familienmitglieder sind für vier von zehn Befragten unangefochten die Wunschnachfolger Nummer eins. Die Weitergabe an verdiente Führungskräfte oder externe Investoren kommt jeweils nur für jeden zehnten in Frage. Je größer das Unternehmen, desto stärker ist das Bestreben, dass es in Familienbesitz bleibt.

Erfolgsfaktoren für Übergabe: Nachfolger und rechtliche Absicherung
Die frühzeitige Einbindung der Nachfolger und die schrittweise Übergabe sind für Österreichs Klein- und Mittelunternehmer der Schlüssel für eine erfolgreiche Übergabe. Auf Platz drei folgt die rechtliche Absi-cherung. Für neun Prozent der Befragten ist die rechtliche Absicherung überhaupt der wichtigste Erfolgsfaktor, für 20 % der zweitwichtigste, für 33 % der drittwichtigste.

Notar = wichtiger Ansprechpartner in Sachen Unternehmensvorsorge
Der Notar hat als Ansprechpartner in Sachen Vorsorge dazugewonnen. Er ist für 27 % der Unternehmer nach dem Steuerberater (59 %) die zweitwichtigste Anlaufstelle. Im Vergleich zu 2006 haben Notare damit einen Platz gut gemacht.

Dass die Notare beim Thema Unternehmensvorsorge noch mehr Vertrauen gewonnen haben, ist für den Präsident der Österreichischen Notariatskammer, Dr. Klaus Woschnak, das Ergebnis des Einsatzes der Notare für Klein- und Mittelunternehmen. „Die Österreichischen Notare beraten und begleiten jedes Jahr Tausende Klein- und Mittelunternehmer bei ihren Unternehmensübergaben", sagt Klaus Woschnak. „Un-sere Erfahrung zeigt, dass eine rechtzeitige Vorsorge nicht nur Klarheit schafft, sondern Rechtsstreitigkei-ten vermeidet, langfristig den Bestand des Unternehmens und damit Arbeitsplätze sichert."

Unternehmensvorsorge: Maßanzug statt Standardprodukt.
Die Notare bieten hierzu ein umfassendes Dienstleistungsangebot. „Das Service der Notare beginnt mit einer ausführlichen, persönlichen Beratung und reicht von der Prüfung aller Möglichkeiten bis hin zu rechtlich einwandfreien Verträgen", erläutert Dr. Michael Umfahrer, Vorsitzender des Fachausschuss Handels- und Gesellschaftsrecht der Österreichischen Notariatskammer. Wie wichtig die maßgeschneiderte Vorsorge ist, zeigt auch die Umfrage. 79 % der GmbH und 70 % der sonstigen Gesellschaften vertrauen vor allem auf den Gesellschaftsvertrag. 38 % der Unternehmer regeln die Übergabe auch via Testament,
16 % lassen entsprechende Klauseln in Ehe- oder Partnerschaftsverträge einfließen.

Notare setzen sich für faire Rahmenbedingungen von Klein- und Mittelunternehmen ein.
„Klein- und Mittelbetriebe sichern den Wirtschaftsstandort Österreich", sagt Klaus Woschnak. Die Notare ergreifen im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmer die Initiative und fordern Erleichterungen für KMU.

Notare fordern Abschaffung des Gebührengesetzes.
„Die ersatzlose Streichung des Gebührengesetzes entlastet vor allem die kleinen Gebührenschuldner und damit die KMU", sagt Dr. Klaus Woschnak. Der Grund: Das Gebührengesetz ist international ein Kuriosum und nicht mehr zeitgemäß. Ursprünglich als Papierverbrauchssteuer gedacht, ist es aufwändig zu ad-ministrieren, ungerecht und unsozial. Wo eindeutige Verträge sinnvoll und notwendig wären, werden diese oft vermieden - um Gebühren zu sparen.

Notare fordern Reform des Pflichtteilsrechts.
Das Pflichtteilsrecht ist ein Hemmschuh bei der Übergabe von Unternehmen", sagt Klaus Woschnak. Die Notare fordern daher von der nächsten Bundesregierung, dass der Personenkreis der Pflichterben eingeschränkt und die Höhe des Pflichtteilsanspruches reduziert wird. Vor allem sollten Liquiditätsprobleme etwa bei vererbten Unternehmen stärker berücksichtigt werden.

Achtung: Unternehmensvorsorge nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Noch ein Tipp für alle Unternehmer: Mindestens fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Rückzug bereits mit dem Thema Unternehmensvorsorge auseinandersetzen - das schützt vor überhasteten Übergaben. De facto hält aber jeder zweite eine Vorbereitungszeit von maximal fünf Jahren für ausreichend.

Hier finden Sie die Präsentation der Studie.

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