1. Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht kann man schon vorab jene Person oder Personen festlegen, die einen im Fall der Geschäftsunfähigkeit – sei es vorübergehend oder auf Dauer – vertreten sollen. Sie stellt eine umfassende Vollmacht dar und kann für sämtliche Bereiche, seien es etwa medizinische oder auch wirtschaftliche Angelegenheiten, erteilt werden. „Ihr Vorteil ist, dass man sie maßgeschneidert erstellen kann. Man kann beispielsweise eine Person als Vertreter in medizinischen Angelegenheiten vorsehen und eine andere mit der Vermögensverwaltung betrauen. Und auch inhaltlich lässt sich genau festlegen, wie die Vertretung zu erfolgen hat“, erläutert Andreas Tschugguel, Notarsubstitut in Wien. Neu dabei ist ab Juli 2018, dass die Vorsorgevollmacht nicht mehr anhand von Vorlagen selbst verfasst werden kann, sondern bei einem Notar, Rechtsanwalt oder einem Erwachsenenschutzverein erstellt werden muss. „Der Gesetzgeber hat angesichts der Komplexität des Themas den Beratungsbedarf erkannt und darauf reagiert“, so der Notarsubstitut. Die Vorsorgevollmacht tritt in Kraft, sobald ein Arzt die Entscheidungsunfähigkeit des Vollmachtgebers bestätigt hat und die Wirksamkeit der Vorsorgevollmacht auf Grundlage dieses ärztlichen Zeugnisses im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) durch Notar, Rechtsanwalt oder Erwachsenenschutzverein eingetragen wurde. Ab diesem Zeitpunkt kann der Vollmachtnehmer den Vollmachtgeber rechtswirksam vertreten. Sollte der Vollmachtgeber zu einem späteren Zeitpunkt wieder geschäftsfähig werden, so ist dies wiederum im ÖZVV einzutragen. Die Vorsorgevollmacht verliert dann freilich ihre Wirksamkeit.

Hinweis: Die Vorsorgevollmacht ermöglicht ein höchstes Maß an Selbstbestimmung. Sie sollte altersunabhängig genützt werden, um selbstbestimmt für den Fall der Fälle vorzusorgen.

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