24.11.2014: 5. Informationstag für österreichische Staatsbürger in Belgien


Belgien: 80% Erbschaftssteuer und mehr

Eine Erbschaftssteuer von bis zu 80% sowie der Grundsatz des „le mort saisit le vif" zählten sicher zu Überraschungsmomenten für in Belgien lebende Österreicher. Bei einer ÖNK-Veranstaltung in Brüssel wurden nahezu 100 Teilnehmern die Grundzüge des österreichischen und belgischen Erbrechts näher gebracht.

Dass die Erben automatisch und sofort mit dem Tod des Erblassers Eigentümer des Nachlassvermögens werden („le mort saisit le vif" - frei übersetzt: Der Tod packt den Lebenden), war dabei durchaus auch für österreichische Juristen interessant. Vor einem Publikum aus den europäischen Institutionen wurden am 24.11.2014 neben den Unterschieden der materiellen Rechtsordnungen beider Länder auch Fragen der neuen EU-Erbrechtsverordnung (EU-ErbVO) sowie steuerrechtliche Fragen thematisiert. Die neue Rechtswahl nach Art 22 EU-ErbVO vorzustellen, war den Wiener Notaren Patricia Schuller-Köhler und Alexander Michalek vorbehalten. Die Unterscheidung zwischen Erbrecht und dem Erbschaftssteuerrecht zu verdeutlichen, da nur das erstere gewählt werden kann, war eine der Botschaften der Notare für die gespannte Zuhörerschaft. Ein anderer grundlegender Unterschied zum österreichischen Recht wurde von den belgischen Notaren Edgar Huppertz und Jacques Rijckaert präsentiert und besteht darin, dass der Ehegatte bei der gesetzlichen Erbfolge mit gemeinsamen Kindern kein Eigentum am Nachlass erhält, sondern nur ein Nutzungsrecht auf Lebenszeit.

Im Rahmen der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Botschaft in Belgien und der Ständigen Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union richteten auch Botschafter Mag. Walter Grahammer sowie der Präsident der Österreichischen Vereinigung in Belgien, Christian Macek, Grußworte an die Teilnehmer.

 

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